Studientyp: Medizinische/biologische Studie (experimentelle Studie)

Induction of an adaptive response in human blood lymphocytes exposed to radiofrequency fields: Influence of the universal mobile telecommunication system (UMTS) signal and the specific absorption rate. med./bio.

[Induktion einer adaptiven Antwort in menschlichen Blut-Lymphozyten, exponiert bei hochfrequenten Feldern: Einfluss des UMTS-Signals und der spezifischen Absorptionsrate].

Veröffentlicht in: Mutat Res Genet Toxicol Environ Mutagen 2012; 747 (1): 29-35

Ziel der Studie (lt. Autor)

Es sollte der Einfluss verschiedener spezifischer Absorptionsraten auf die adaptive Antwort untersucht werden, welche durch Exposition menschlicher Blut-Lymphozyten in hochfrequenten Feldern induziert wird.

Hintergrund/weitere Details

In früheren Studien wurde herausgefunden, dass verschiedene Zelltypen, die bei extrem niedrigen sogenannten adaptiven Dosen einer genotoxischen Substanz exponiert wurden, weniger empfindlich gegenüber der Induktion eines genetischen Schadens waren, wenn eine höhere Test-Dosis derselben oder einer ähnlichen genotoxischen Substanz verabreicht wurde. Es wurde gezeigt, dass die Induktion einer sogenannten adaptiven Reaktion (Anpassungsvermögen) durch verschiedene Faktoren beeinflusst wird (z.B. die für die Adaptation verwendete Dosis, die Dosisleistung, die Zeit zwischen der Adaptation und der Test-Dosis).
Es wurden Blut-Lymphozyten von neun männlichen, gesunden Spendern für 24 h mit Phytohämagglutinin inkubiert und dann einer sogenannten adaptiven Dosis eines hochfrequenten Feldes mit 1950 MHz bei verschiedenen spezifischen Absorptionsraten (1,25 W/kg, 0,60 W/kg, 0,30 W/kg und 0,15 W/kg) für 20 h ausgesetzt. Danach wurden 100 ng/ml Mitomycin C zugesetzt. Die Zellen wurden nach 72 h geerntet und die Anzahl der Mikronuklei bestimmt.
Die Lymphozyten von Spender 1-3 wurden bei 1,25 und 0,3 W/kg exponiert, während die Lymphozyten von Spender 4-6 bei 0,6 und 0,15 W/kg exponiert wurden. Vollblut von den Spendern 7-9 wurde benutzt, um Zellkulturen anzusetzen, die an Tag 1 bei 1,25 und 0,3 W/kg, und an Tag 2 bei 0,6 und 0,15 W/kg exponiert wurden.

Endpunkt

Exposition/Befeldung (teilweise nur auf Englisch)

Exposition Parameter
Exposition 1: 1.950 MHz
Expositionsdauer: kontinuierlich für 20 h
  • SAR: 0,3 W/kg (in den äußeren Schalen bei Experiment 1)
  • SAR: 1,25 W/kg (in den inneren Schalen bei Experiment 1)
  • SAR: 0,15 W/kg (in den äußeren Schalen bei Experiment 2)
  • SAR: 0,6 W/kg (in den inneren Schalen bei Experiment 2)

Allgemeine Informationen

Cells were treated in the following four groups: i) RF exposure ii) sham exposure iii) RF exposure + 100 ng/ml mitomycin C (MMC) iv) sham exposure + 100 ng/ml MMC experiment 1: lymphocytes from donors 1-3 were exposed at 1.25 and 0.3 W/kg experiment 2: lymphocytes from donors 4-6 were exposed at 0.6 and 0.15 W/kg experiment 3: blood samples from donors 7-9 were employed to set up cultures exposed at 1.25 and 0.3 W/kg on day 1, and at 0.6 and 0.15 W/kg on day 2

Exposition 1

Hauptcharakteristika
Frequenz 1.950 MHz
Typ
Expositionsdauer kontinuierlich für 20 h
Expositionsaufbau
Expositionsquelle
Kammer 109.2 mm high and 54.6 mm wide WR430 rectangular short-circuited waveguide with a coaxial adapter at the feeding side
Aufbau both waveguides (for exposure and sham exposure) placed in the same incubator; in each waveguide four 35 mm Petri dishes were positioned one above the other with a 22 cm distance between the two middle dishes and a 26 distance between the middle and the outer dishes; when the centres of the samples were at a distance of 0.56 λ from the short circuit the efficiency of the exposure system was approximately 70% and the degree of non-uniformity in SAR was 0.33 in all samples.
Schein-Exposition Eine Schein-Exposition wurde durchgeführt.
Parameter
Messgröße Wert Typ Methode Masse Bemerkungen
SAR 0,3 W/kg - berechnet - in den äußeren Schalen bei Experiment 1
SAR 1,25 W/kg - berechnet - in den inneren Schalen bei Experiment 1
SAR 0,15 W/kg - berechnet - in den äußeren Schalen bei Experiment 2
SAR 0,6 W/kg - berechnet - in den inneren Schalen bei Experiment 2

Referenzartikel

  • Brescia F et al. (2009): Reactive oxygen species formation is not enhanced by exposure to UMTS 1950 MHz radiation and co-exposure to ferrous ions in Jurkat cells.
  • Sannino A et al. (2006): Evaluation of Cytotoxic and Genotoxic Effects in Human Peripheral Blood Leukocytes Following Exposure to 1950-MHz Modulated Signal

Exponiertes System:

Methoden Endpunkt/Messparameter/Methodik

Untersuchtes System:

Hauptergebnis der Studie (lt. Autor)

In den Zellkulturen aller neun Spendern, welche nur exponiert oder schein-exponiert wurden (ohne Mitomycin-Behandlung), wurde im Vergleich zur unbehandelten Kontrolle kein signifikanter Unterschied in der Anzahl der Mikronuklei gefunden. Die alleinige Behandlung mit Mitomycin C führte jedoch zu einem signifikanten Anstieg in der Anzahl der Mikronuklei im Vergleich zu den unbehandelten Kontrollen.
Die Ergebnisse waren bei den verschiedenen Spendern unterschiedlich. Bezüglich der Ergebnisse zwischen Exposition im "Hochfrequenz-Feld + Mitomycin-Behandlung" und der zugehörigen "Schein-Exposition + Mitomycin-Behandlung" gab es signifikante Unterschiede (Verminderungen) sowohl bei einer spezifischen Absorptionsrate von 0,3 W/kg als auch bei einer spezifischen Absorptionsrate von 0,6 W/kg. Es gab Hinweise, dass ein hochfrequentes Feld mit einer spezifischen Absorptionsrate von 0,3 W/kg zuverlässiger eine adaptive Antwort hervorruft als eines mit einer spezifischen Absorptionsrate von 0,6 W/kg.
Zwei Spender zeigten weder eine adaptive Antwort bei der Exposition im Hochfrequenz Feld noch bei der Behandlung mit Mitomycin C.
Der Proliferationsindex aller Zellkulturen war nicht signifikant unterschiedlich zwischen den unbehandelten Kontroll-Lymphozyten, solchen, die bei "Hochfrequenz + Mitomycin C" und solchen, die nur mit Mitomycin C behandelt wurden.

Studienmerkmale:

Studie gefördert durch

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