Studientyp: Medizinische/biologische Studie (experimentelle Studie)

Glucose administration attenuates spatial memory deficits induced by chronic low-power-density microwave exposure. med./bio.

[Glukose-Verabreichung mildert die Defizite des räumlichen Gedächtnisses, hervorgerufen durch chronische schwache Mikrowellen-Exposition].

Veröffentlicht in: Physiol Behav 2012; 106 (5): 631-637

Ziel der Studie (lt. Autor)

Es sollte herausgefunden werden, ob eine Glucose-Gabe Gedächtnis-Defizite, die durch Mikrowellen hervorgerufen wurden, abmildern kann. Außerdem sollte die Wirkung von Mikrowellen auf die Glucose-Aufnahme im Hippocampus untersucht werden.

Hintergrund/weitere Details

Drei Experimente wurden durchgeführt:
1.) Der Gehalt an Glucose und Insulin, sowie die Glucose-Aufnahme im Hippocampus wurden in drei Gruppen untersucht: 1a) exponiert, 1b) schein-exponiert und 1c) Käfig-Kontrolle.
2.) Das Morris-Wasserlabyrinth wurde mit fünf Gruppen durchgeführt: 2 a) exponiert. 2 b) exponiert plus Glucose-Injektion 30 Minuten vor dem täglichen Training, 2 c) exponiert plus Salz-Injektion 30 Minuten vor dem täglichen Training, 2 d) schein exponiert und 2 e) Käfig-Kontrolle.
3.) Das radiale Labyrinth wurde auch mit fünf Gruppen durchgeführt: 3 a) exponiert, 3 b) exponiert plus Glucose-Injektion 30 Minuten vor dem täglichen Training, 3 c) exponiert plus Salz-Injektion 30 Minuten vor dem täglichen Training, 3 d) schein-exponiert und 3 e) Käfig-Kontrolle (Das radiale Labyrinth wird benutzt um das räumliche Gedächtnis zu testen, ein Labyrinth mit 8 Armen an dessen Enden sich Futter befindet und einer runden, zentralen Plattform; gezählt wird die Anzahl der Wiedereintritte in bereits besuchte Arme).
Jede Gruppe bestand aus 6 männlichen erwachsenen Ratten.

Endpunkt

Exposition/Befeldung (teilweise nur auf Englisch)

Exposition Parameter
Exposition 1: 2,45 GHz
Modulationsart: gepulst
Expositionsdauer: kontinuierlich für 3 h/Tag an 30 Tagen

Allgemeine Informationen

Some groups of the rats were treated with 100 mg/ml glucose at a dose of 100 mg/kg 30 min before the daily training session.

Exposition 1

Hauptcharakteristika
Frequenz 2,45 GHz
Typ
Polarisation
  • zirkular
Expositionsdauer kontinuierlich für 3 h/Tag an 30 Tagen
Modulation
Modulationsart gepulst
Pulsbreite 10 µs
Pakete pro Sekunde 800
Expositionsaufbau
Expositionsquelle
  • Rundhohlleiter
Aufbau circular waveguide constructed of galvanized wire screen in which a circulary polarized TE11-mode field configuration was excited; 23.6 cm long cylindrical transparent plastic chamber with a diameter of 17.6 cm and a floor width of 14.5 cm was located in the middle of the wave guide; single rat placed inside the plastic chamber
Schein-Exposition Eine Schein-Exposition wurde durchgeführt.
Parameter
Messgröße Wert Typ Methode Masse Bemerkungen
Leistungsflussdichte 1 mW/cm² räumlicher Mittelwert - - -
SAR 0,2 W/kg Mittelwert über Zeit gemessen Ganzkörper -
SAR 0,7 W/kg Mittelwert über Zeit gemessen Gehirn -

Referenzartikel

  • Li M et al. (2008): Elevation of plasma corticosterone levels and hippocampal glucocorticoid receptor translocation in rats: a potential mechanism for cognition impairment following chronic low-power-density microwave exposure.
  • Chou CK et al. (1992): Long-term, low-level microwave irradiation of rats.
  • McRee DI et al. (1984): Whole-body and local dosimetry in rats exposed to 2.45-GHz microwave radiation.

Exponiertes System:

Methoden Endpunkt/Messparameter/Methodik

Untersuchtes System:
Untersuchtes Organsystem:
Untersuchungszeitpunkt:
  • nach der Befeldung

Hauptergebnis der Studie (lt. Autor)

Die Serum-Gehalte an Insulin und Glucose wurden durch die chronische Mikrowellen-Exposition nicht beeinflusst, jedoch erniedrigte sich im Vergleich zu schein-exponierten Ratten die Glucose-Aufnahme im Hippocampus exponierter Ratten. Diese Wirkung wurde auch mit Insulin beobachtet.
Im Morris-Wasserlabyrinth wurde bei exponierten Ratten eine signifikante Verlängerung der Latenzzeit während des Trainings und am Testtag eine signifikante Verkürzung der Zeit, die die Ratte an der Stelle im Labyrinth verbrachte, an der zuvor die Plattform gewesen war, beobachtet. In der Gruppe mit der Glucose-Injektion war die Latenzzeit während des Trainings signifikant erniedrigt im Vergleich zur Gruppe mit der Salz-Injektion. Im Vergleich zu den Ratten, die eine Salz-Injektion erhalten hatten, verbrachten die Ratten, die eine Glucose-Injektion erhalten hatten, am Testtag eine signifikant längere Zeit an der Stelle im Labyrinth, an der zuvor die Plattform gewesen war.
Im radialen Labyrinth war im Vergleich zur schein-exponierten Gruppe die Anzahl der Wiedereintritte von exponierten Ratten in bereits besuchte Arme signifikant erhöht. Eine Glucose-Injektion verringerte die Anzahl der Wiedereintritte in bereits besuchte Arme signifikant im Vergleich zur Salz-Injektion.
Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass diese Studie zeigte, dass das vom Hippocampus abhängige räumliche Lernen und Gedächtnis durch chronische Mikrowellen-Exposition geschädigt werden könnte und dass eine Glucose-Gabe diese Defizite abmilderte.

Studienmerkmale:

Studie gefördert durch

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