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Epidemiologische Studie (Beobachtungsstudie)

Mobile Phone Use and the Risk for Malignant Brain Tumors: A Case-Control Study on Deceased Cases and Controls.

[Mobiltelefon-Nutzung und das Risiko für bösartige Hirntumoren: eine Fall-Kontroll-Studie mit Verstorbenen als Fälle und Kontrollen].

Veröffentlicht in: Neuroepidemiology 2010; 35 (2): 109-114

Ziel der Studie (lt. Autor)

Es wurde eine Fall-Kontroll-Studie mit Verstorbenen als Fälle und Kontrollen in Schweden durchgeführt, um den Zusammenhang zwischen der Nutzung von Mobiltelefonen sowie schnurlosen Telefonen und dem Risiko für bösartige Hirntumoren zu untersuchen.

Weitere Details

Die in dieser Studie analysierten Fälle wurden in der Studie von Hardell et al 2006 ausgeschlossen, da sie nach der Diagnose verstarben, bevor sie zu ihrer Mobiltelefon-Nutzung befragt werden konnten.
Die Exposition der Fälle und Kontrollen wurde mit Hilfe eines Fragebogens abgeschätzt, der an die nächsten Angehörigen (Ehefrau oder -mann, Kind, Eltern, Geschwister oder anderen Verwandte) gesendet wurde.

Endpunkt/Art der Risikoabschätzung

Art der Abschätzung:
  • Inzidenz
(Odds Ratio)

Exposition

Abschätzung

Expositionsgruppen

Referenzgruppe 1 nicht exponiert
Gruppe 2 analoge Mobiltelefon-Nutzung > 1 - 5 Jahre
Gruppe 3 analoge Mobiltelefon-Nutzung > 5 - 10 Jahre
Gruppe 4 analoge Mobiltelefon-Nutzung > 10 Jahre
Gruppe 5 analoge Mobiltelefon-Nutzung > 1 Jahr (Gruppe 2+3+4)
Gruppe 6 analoge Mobiltelefon-Nutzung ≤ 149 Stunden, > 1 - 5 Jahre
Gruppe 7 analoge Mobiltelefon-Nutzung ≤ 149 Stunden, > 5 - 10 Jahre
Gruppe 8 analoge Mobiltelefon-Nutzung ≤ 149 Stunden, > 10 Jahre
Gruppe 9 analoge Mobiltelefon-Nutzung ≤ 149 Stunden, > 1 Jahr
Gruppe 10 analoge Mobiltelefon-Nutzung > 149 Stunden, > 1 - 5 Jahre
Gruppe 11 analoge Mobiltelefon-Nutzung > 149 Stunden, > 5 - 10 Jahre
Gruppe 12 analoge Mobiltelefon-Nutzung > 149 Stunden, > 10 Jahre
Gruppe 13 analoge Mobiltelefon-Nutzung > 149 Stunden, > 1 Jahr
Gruppe 14 digitale Mobiltelefon-Nutzung > 1 - 5 Jahre
Gruppe 15 digitale Mobiltelefon-Nutzung > 5 - 10 Jahre
Gruppe 16 digitale Mobiltelefon-Nutzung > 10 Jahre
Gruppe 17 digitale Mobiltelefon-Nutzung > 1 Jahr
Gruppe 18 digitale Mobiltelefon-Nutzung ≤ 183 Stunden, > 1 - 5 Jahre
Gruppe 19 digitale Mobiltelefon-Nutzung ≤ 183 Stunden, > 5 - 10 Jahre
Gruppe 20 digitale Mobiltelefon-Nutzung ≤ 183 Stunden, > 10 Jahre
Gruppe 21 digitale Mobiltelefon-Nutzung ≤ 183 Stunden, > 1 Jahr
Gruppe 22 digitale Mobiltelefon-Nutzung > 183 Stunden, > 1 - 5 Jahre
Gruppe 23 digitale Mobiltelefon-Nutzung > 183 Stunden, > 5 - 10 Jahre
Gruppe 24 digitale Mobiltelefon-Nutzung > 183 Stunden, > 10 Jahre
Gruppe 25 digitale Mobiltelefon-Nutzung > 183 Stunden, > 1 Jahr
Gruppe 26 Mobiltelefon-Nutzung (analog und digital) > 1 - 5 Jahre
Gruppe 27 Mobiltelefon-Nutzung > 5 - 10 Jahre
Gruppe 28 Mobiltelefon-Nutzung > 10 Jahre
Gruppe 29 Mobiltelefon-Nutzung > 1 Jahr
Gruppe 30 Mobiltelefon-Nutzung ≤ 176 Stunden, > 1 - 5 Jahre
Gruppe 31 Mobiltelefon-Nutzung ≤ 176 Stunden, > 5 - 10 Jahre
Gruppe 32 Mobiltelefon-Nutzung ≤ 176 Stunden, > 10 Jahre
Gruppe 33 Mobiltelefon-Nutzung ≤ 176 Stunden, > 1 Jahr
Gruppe 34 Mobiltelefon-Nutzung > 176 Stunden, > 1 - 5 Jahre
Gruppe 35 Mobiltelefon-Nutzung > 176 Stunden, > 5 - 10 Jahre
Gruppe 36 Mobiltelefon-Nutzung > 176 Stunden, > 10 Jahre
Gruppe 37 Mobiltelefon-Nutzung > 176 Stunden, > 1 Jahr
Gruppe 38 schnurloses Telefon-Nutzung > 1 - 5 Jahre
Gruppe 39 schnurloses Telefon-Nutzung > 5 - 10 Jahre
Gruppe 40 schnurloses Telefon-Nutzung > 10 Jahre
Gruppe 41 schnurloses Telefon-Nutzung > 1 Jahre
Gruppe 42 schnurloses Telefon-Nutzung ≤ 548 Stunden, > 1 - 5 Jahre
Gruppe 43 schnurloses Telefon-Nutzung ≤ 548 Stunden, > 5 - 10 Jahre
Gruppe 44 schnurloses Telefon-Nutzung ≤ 548 Stunden, > 10 Jahre
Gruppe 45 schnurloses Telefon-Nutzung ≤ 548 Stunden, > 1 Jahr
Gruppe 46 schnurloses Telefon-Nutzung > 548 Stunden, > 1 - 5 Jahre
Gruppe 47 schnurloses Telefon-Nutzung > 548 Stunden, > 5 - 10 Jahre
Gruppe 48 schnurloses Telefon-Nutzung > 548 Stunden, > 10 Jahre
Gruppe 49 schnurloses Telefon-Nutzung > 548 Stunden, > 1 Jahr
Gruppe 50 Mobil- + schnurloses Telefon-Nutzung > 1 - 5 Jahre
Gruppe 51 Mobil- + schnurloses Telefon-Nutzung > 10 Jahre
Gruppe 52 Mobil- + schnurloses Telefon-Nutzung > 10 Jahre
Gruppe 53 Mobil- + schnurloses Telefon-Nutzung > 1 Jahr
Gruppe 54 Mobil- + schnurloses Telefon-Nutzung ≤ 410 Stunden, > 1 - 5 Jahre
Gruppe 55 Mobil- + schnurloses Telefon-Nutzung ≤ 410 Stunden, > 10 Jahre
Gruppe 56 Mobil- + schnurloses Telefon-Nutzung ≤ 410 Stunden, > 10 Jahre
Gruppe 57 Mobil- + schnurloses Telefon-Nutzung ≤ 410 Stunden, > 1 Jahr
Gruppe 58 Mobil- + schnurloses Telefon-Nutzung > 410 Stunden, > 1 - 5 Jahre
Gruppe 59 Mobil- + schnurloses Telefon-Nutzung > 410 Stunden, > 10 Jahre
Gruppe 60 Mobil- + schnurloses Telefon-Nutzung > 410 Stunden, > 10 Jahre
Gruppe 61 Mobil- + schnurloses Telefon-Nutzung > 410 Stunden, > 1 Jahr
Gruppe 62 analoges Mobiltelefon, Nutzung insgesamt: 1 - 1000 Stunden
Gruppe 63 analoges Mobiltelefon, Nutzung insgesamt: 1001 - 2000 Stunden
Gruppe 64 analoges Mobiltelefon, Nutzung insgesamt: > 2000 Stunden
Gruppe 65 digitales Mobiltelefon, Nutzung insgesamt: 1 - 1000 Stunden
Gruppe 66 digitales Mobiltelefon, Nutzung insgesamt: 1001 - 2000 Stunden
Gruppe 67 digitales Mobiltelefon, Nutzung insgesamt: > 2000 Stunden
Gruppe 68 Mobiltelefon, Nutzung insgesamt: 1 - 1000 Stunden
Gruppe 69 Mobiltelefon, Nutzung insgesamt: 1001 - 2000 Stunden
Gruppe 70 Mobiltelefon, Nutzung insgesamt: > 2000 Stunden
Gruppe 71 schnurloses Telefon, Nutzung insgesamt: 1 - 1000 Stunden
Gruppe 72 schnurloses Telefon, Nutzung insgesamt: 1001 - 2000 Stunden
Gruppe 73 schnurloses Telefon, Nutzung insgesamt: > 2000 Stunden
Gruppe 74 Mobil- + schnurloses Telefon, Nutzung insgesamt: 1 - 1000 Stunden
Gruppe 75 Mobil- + schnurloses Telefon, Nutzung insgesamt: 1001 - 2000 Stunden
Gruppe 76 Mobil- + schnurloses Telefon, Nutzung insgesamt: > 2000 Stunden

Population

  • Gruppe:
    • Männer
    • Frauen
  • Alter: 20–80 Jahre
  • Beobachtungszeitraum: 1997 - 2003
  • Studienort: Schweden (Uppsala/Örebro- und Linköping-Regionen 1997-2003, Stockholm- und Gothenburg-Regionen 1997-2000)

Fallgruppe

Kontrollgruppe

  • Gruppe 1: verstorben wegen anderer Krebsarten als Hirntumor, Gruppe 2: verstorben wegen anderer Erkrankung als Krebs
  • Auswahl:
    • registrierungsbezogen
  • Matching:
    • Geschlecht
    • Region
    • Todesjahr

Studiengröße

Fälle Kontrollen
Teilnehmerzahl 346 619
Teilnehmerrate 75 % 67 %
Statistische Analysemethode:
  • unkonditionale logistische Regression
( Anpassung:
  • 5-Jahre-Altersgruppe
  • Geschlecht
  • sozioökonomischer Status
  • Diagnosejahr
)

Schlussfolgerung (lt. Autor)

Es wurde ein statistisch signifikant erhöhtes Risiko für bösartige Hirntumoren bei verstorbenen Mobiltelefon-Nutzern beobachtet (nur analoge Mobiltelefone in Gruppe 4, analoge und digitale Mobiltelefone in Gruppe 28, digitale Mobiltelefone in Gruppe 18 (nur 2 Fälle und keine Kontrolle, Berechung des Odds Ratios nicht möglich)). Am höchsten wurde dies in der Gruppe mit einer Nutzung von analogen und digitalen Mobiltelefonen länger als 176 Stunden und als 10 Jahre (Gruppe 36) gefunden. Es wurde kein statistisch signifikant erhöhtes Risiko für schnurlose Telefone gefunden (Gruppen 38 - 49).
Die Autoren schlussfolgerten, dass die Untersuchungen die früheren Ergebnisse eines Zusammenhangs zwischen Mobiltelefon-Nutzung und bösartigen Hirntumoren bestätigten.

Einschränkungen (lt. Autor)

Nur wenige Personen benutzten ein digitales Mobiltelefon länger als 10 Jahre.

Studie gefördert durch

  • Cancer och Allergifonden (Cancer and Allergy Foundation), Sweden
  • Örebro Cancer Fund, Sweden
  • Cancerhjälpen (Cancerhelp), Sweden
  • Fondkistan, Sweden

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