Home
Epidemiologische Studie (Beobachtungsstudie)

Mobile phones, cordless phones and the risk for brain tumours.

[Mobiltelefone, Schnurlos-Telefone und das Risiko für Hirntumor].

Veröffentlicht in: Int J Oncol 2009; 35 (1): 5-17

Ziel der Studie (lt. Autor)

Es wurde eine gepoolte Analyse zweier früherer Fall-Kontroll-Studien zur Nutzung von Mobiltelefonen und Schnurlostelefonen und dem Risiko für bösartigen Hirntumor in Schweden durchgeführt. Außerdem wurden die Inzidenzraten von Hirntumor für den Zeitraum 1970 und 2007 auf der Basis des schwedischen Krebsregisters analysiert.

Weitere Details

Die erste Fall-Kontroll-Studie über den Zeitraum 1997-2000 wurde in den Publikationen 9520 und 9895 veröffentlicht, die zweite Studie über den Zeitraum 2000-2003 in den Publikationen 12068 und 12259. Eine gepoolte Analyse zu bösartigen Tumoren wurde in der Publikation 13689 und zu gutartigen Tumoren in der Publikation 13049 veröffentlicht.
Mobiltelefon-Nutzung wurde als ipsilateral (≥ 50 % der Gesprächszeit) oder kontralateral (< 50 %) definiert, bezogen auf die Seite, an der der Tumor auftreten war.

Endpunkt/Art der Risikoabschätzung

Art der Abschätzung:
  • Inzidenz
(Odds Ratio)

Exposition

Abschätzung

  • Fragebogen: erstes Jahr der Nutzung, Telefontyp, durchschnittliche tägliche Nutzungsminuten über die Jahre, Nutzung im Auto mit Außenantenne oder Freisprecheinrichtung, bevorzugtes Ohr zum Telefonieren
  • Befragung: zur Ergänzung der Angaben

Expositionsgruppen

Gruppe 1 alle Altersgruppen, Mobiltelefon, > 1 Jahr Latenzzeit
Gruppe 2 alle Altersgruppen, Mobiltelefon, > 1 Jahr Latenzzeit, ipsilateral
Gruppe 3 alle Altersgruppen, Mobiltelefon, > 1 Jahr Latenzzeit, kontralateral
Gruppe 4 alle Altersgruppen, Schnurlos-Telefon, > 1 Jahr Latenzzeit
Gruppe 5 alle Altersgruppen, Schnurlos-Telefon, > 1 Jahr Latenzzeit, ipsilateral
Gruppe 6 alle Altersgruppen, Schnurlos-Telefon, > 1 Jahr Latenzzeit, kontralateral
Gruppe 7 alle Altersgruppen, Mobiltelefon, > 10 Jahr Latenzzeit
Gruppe 8 alle Altersgruppen, Mobiltelefon, > 10 Jahr Latenzzeit, ipsilateral
Gruppe 9 alle Altersgruppen, Mobiltelefon, > 10 Jahr Latenzzeit, kontralateral
Gruppe 10 alle Altersgruppen, Schnurlos-Telefon, > 10 Jahr Latenzzeit
Gruppe 11 alle Altersgruppen, Schnurlos-Telefon, > 10 Jahr Latenzzeit, ipsilateral
Gruppe 12 alle Altersgruppen, Schnurlos-Telefon, > 10 Jahr Latenzzeit, kontralateral
Gruppe 13 Alter bei erster Nutzung < 20 Jahre, Mobiltelefon, > 1 Jahr Latenzzeit
Gruppe 14 Alter bei erster Nutzung < 20 Jahre, Mobiltelefon, > 1 Jahr Latenzzeit, ipsilateral
Gruppe 15 Alter bei erster Nutzung < 20 Jahre, Mobiltelefon, > 1 Jahr Latenzzeit, kontralateral
Gruppe 16 Alter bei erster Nutzung < 20 Jahre, Schnurlos-Telefon, > 1 Jahr Latenzzeit
Gruppe 17 Alter bei erster Nutzung < 20 Jahre, Schnurlos-Telefon, > 1 Jahr Latenzzeit, ipsilateral
Gruppe 18 Alter bei erster Nutzung < 20 Jahre, Schnurlos-Telefon, > 1 Jahr Latenzzeit, kontralateral
Gruppe 19 Alter bei erster Nutzung 20-49 Jahre, Mobiltelefon, > 1 Jahr Latenzzeit
Gruppe 20 Alter bei erster Nutzung 20-49 Jahre, Mobiltelefon, > 1 Jahr Latenzzeit, ipsilateral
Gruppe 21 Alter bei erster Nutzung 20-49 Jahre, Mobiltelefon, > 1 Jahr Latenzzeit, kontralateral
Gruppe 22 Alter bei erster Nutzung 20-49 Jahre, Schnurlos-Telefon, > 1 Jahr Latenzzeit
Gruppe 23 Alter bei erster Nutzung 20-49 Jahre, Schnurlos-Telefon, > 1 Jahr Latenzzeit, ipsilateral
Gruppe 24 Alter bei erster Nutzung 20-49 Jahre, Schnurlos-Telefon, > 1 Jahr Latenzzeit, kontralateral
Gruppe 25 Alter bei erster Nutzung 50-80 Jahre, Mobiltelefon, > 1 Jahr Latenzzeit
Gruppe 26 Alter bei erster Nutzung 50-80 Jahre, Mobiltelefon, > 1 Jahr Latenzzeit, kontralateral
Gruppe 27 Alter bei erster Nutzung 50-80 Jahre, Mobiltelefon, > 1 Jahr Latenzzeit, kontralateral
Gruppe 28 Alter bei erster Nutzung 50-80 Jahre, Schnurlos-Telefon, > 1 Jahr Latenzzeit
Gruppe 29 Alter bei erster Nutzung 50-80 Jahre, Schnurlos-Telefon, > 1 Jahr Latenzzeit, ipsilateral
Gruppe 30 Alter bei erster Nutzung 50-80 Jahre, Schnurlos-Telefon, > 1 Jahr Latenzzeit, kontralateral

Population

  • Gruppe:
    • Männer
    • Frauen
  • Alter: 20–80 Jahre
  • Beobachtungszeitraum: 1997 - 2003
  • Studienort: Schweden (Uppsala/Örebro- und Linköping-Regionen 1997-2003, Stockholm- und Gothenburg-Regionen 1997-2000)

Fallgruppe

Kontrollgruppe

  • Auswahl:
    • populationsbezogen
  • Matching:
    • Geschlecht
    • Alter
    • Region
    • Fall:Kontrolle = 1:1

Studiengröße

Fälle Kontrollen
Teilnehmerzahl 2.159 2.162
Teilnehmerrate 89 % 89 %
Sonstiges: 905 Patienten mit bösartigen Tumoren und 1254 Patienten mit gutartigen Tumoren
Statistische Analysemethode:
  • unkonditionale logistische Regression
( Anpassung:
  • Alter
  • Geschlecht
  • sozioökonomischer Status
  • Diagnosejahr
)

Schlussfolgerung (lt. Autor)

Es wurde ein Zusammenhang zwischen der Nutzung von Mobiltelefonen sowie Schnurlostelefonen und Astrozytom sowie Akustikusneurinom gefunden. Ein erhöhtes Risiko wurde vor allem bei Personen beobachtet, die vor dem Alter von 20 Jahren mit der Mobiltelefon-Nutzung begannen, dies basiert allerdings auf geringen Fallzahlen. Es wurde kein Zusammenhang zwischen Mobiltelefon- oder Schnurlostelefon-Nutzung und Meningiom sowie anderen Hirntumor-Arten beobachtet. Die Analyse der Daten des schwedischen Krebsregisters wies eine ansteigende Inzidenz für Astrozytom zwischen den Jahren 2000 und 2007 auf. Eine abnehmende Inzidenzrate wurde für Akustikusneurinom für denselben Zeitraum beobachtet.

Studie gefördert durch

  • Cancer och Allergifonden (Cancer and Allergy Foundation), Sweden
  • Örebro Cancer Fund, Sweden

Themenverwandte Artikel