Epidemiologische Studie (Beobachtungsstudie)

Pooled analysis of case-control studies on malignant brain tumours and the use of mobile and cordless phones including living and deceased subjects.

[Gepoolte Analyse von Fall-Kontroll-Studien zu bösartigen Hirntumoren und der Nutzung von schnurlosen und Mobiltelefonen einschließlich lebender und verstorbener Personen].

Veröffentlicht in: Int J Oncol 2011; 38 (5): 1465-1474

Ziel der Studie (lt. Autor)

Eine gepoolte Analyse von drei Fall-Kontroll-Studien zur Nutzung von Mobiltelefonen und Schnurlostelefonen und dem Risiko für bösartige Hirntumoren wurde in Schweden durchgeführt.

Weitere Details

Fälle, die nach der Diagnose verstarben, bevor sie zu ihrer Mobiltelefon-Nutzung befragt werden konnten, wurden in der Studie von Hardell et al (2006) ausgeschlossen, was zu Bias geführt haben könnte. Deshalb werden in der vorliegenden gepoolten Analyse folgende Studien mit allen lebenden und verstorbenen Fällen zwischen 1997 und 2003 berücksichtigt: Die erste Fall-Kontroll-Studie über den Zeitraum 1997-2000 wurde in den Publikationen 9520 and 9895 veröffentlicht, die zweite Studie über den Zeitraum 2000-2003 in den Publikationen 12068 and 12259 und die dritte Studie mit verstorbenen Fällen und Kontrollen in dem Zeitraum 1997- 2003 in der Publikation 18358.

Endpunkt/Art der Risikoabschätzung

Art der Abschätzung:
  • Inzidenz
(Odds Ratio)

Exposition

Abschätzung

Expositionsgruppen

Referenzgruppe 1 nicht exponiert: keine Mobil- oder schnurloses Telefon-Nutzung oder weniger als 1 Jahr
Gruppe 2 Mobil- + schnurloses Telefon-Nutzung ≤ 195 Stunden, > 1 - 5 Jahre
Gruppe 3 Mobil- + schnurloses Telefon-Nutzung ≤ 195 Stunden, > 5 - 10 Jahre
Gruppe 4 Mobil- + schnurloses Telefon-Nutzung ≤ 195 Stunden, > 10 Jahre
Gruppe 5 Mobil- + schnurloses Telefon-Nutzung ≤ 195 Stunden, insgesamt > 1 Jahr
Gruppe 6 Mobil- + schnurloses Telefon-Nutzung > 195 Stunden, > 1 - 5 Jahre
Gruppe 7 Mobil- + schnurloses Telefon-Nutzung > 195 Stunden, > 5 - 10 Jahre
Gruppe 8 Mobil- + schnurloses Telefon-Nutzung > 195 Stunden, > 10 Jahre
Gruppe 9 Mobil- + schnurloses Telefon-Nutzung > 195 Stunden, insgesamt > 1 Jahr
Gruppe 10 Mobiltelefon-Nutzung ≤ 74 Stunden, > 1 - 5 Jahre
Gruppe 11 Mobiltelefon-Nutzung ≤ 74 Stunden, > 5 - 10 Jahre
Gruppe 12 Mobiltelefon-Nutzung ≤ 74 Stunden, > 10 Jahre
Gruppe 13 Mobiltelefon-Nutzung ≤ 74 Stunden, insgesamt > 1 Jahr
Gruppe 14 Mobiltelefon-Nutzung > 74 Stunden, > 1 - 5 Jahre
Gruppe 15 Mobiltelefon-Nutzung > 74 Stunden, > 5 - 10 Jahre
Gruppe 16 Mobiltelefon-Nutzung > 74 Stunden, > 10 Jahre
Gruppe 17 Mobiltelefon-Nutzung > 74 Stunden, insgesamt > 1 Jahr
Gruppe 18 schnurloses Telefon-Nutzung ≤ 243 Stunden, > 1 - 5 Jahre
Gruppe 19 schnurloses Telefon-Nutzung ≤ 243 Stunden, > 5 - 10 Jahre
Gruppe 20 schnurloses Telefon-Nutzung ≤ 243 Stunden, > 10 Jahre
Gruppe 21 schnurloses Telefon-Nutzung ≤ 243 Stunden, insgesamt > 1 Jahr
Gruppe 22 schnurloses Telefon-Nutzung > 243 Stunden, > 1 - 5 Jahre
Gruppe 23 schnurloses Telefon-Nutzung > 243 Stunden, > 5 - 10 Jahre
Gruppe 24 schnurloses Telefon-Nutzung > 243 Stunden, > 10 Jahre
Gruppe 25 schnurloses Telefon-Nutzung > 243 Stunden, insgesamt > 1 Jahr
Gruppe 26 Mobil- + schnurloses Telefon, Nutzung insgesamt: 1 - 1000 Stunden
Gruppe 27 Mobil- + schnurloses Telefon, Nutzung insgesamt: 1001 - 2000 Stunden
Gruppe 28 Mobil- + schnurloses Telefon, Nutzung insgesamt: > 2000 Stunden
Gruppe 29 Mobiltelefon, Nutzung insgesamt: 1 - 1000 Stunden
Gruppe 30 Mobiltelefon, Nutzung insgesamt: 1001 - 2000 Stunden
Gruppe 31 Mobiltelefon, Nutzung insgesamt: > 2000 Stunden
Gruppe 32 schnurloses Telefon, Nutzung insgesamt: 1 - 1000 Stunden
Gruppe 33 schnurloses Telefon, Nutzung insgesamt: 1001 - 2000 Stunden
Gruppe 34 schnurloses Telefon, Nutzung insgesamt: > 2000 Stunden
Gruppe 35 Mobil- + schnurloses Telefon-Nutzung, > 1 - 5 Jahre
Gruppe 36 Mobil- + schnurloses Telefon-Nutzung, > 5 - 10 Jahre
Gruppe 37 Mobil- + schnurloses Telefon-Nutzung, > 10 Jahre
Gruppe 38 Mobil- + schnurloses Telefon-Nutzung, insgesamt > 1 Jahr
Gruppe 39 Mobiltelefon-Nutzung, > 1 - 5 Jahre
Gruppe 40 Mobiltelefon-Nutzung, > 5 - 10 Jahre
Gruppe 41 Mobiltelefon-Nutzung, > 10 Jahre
Gruppe 42 Mobiltelefon-Nutzung, insgesamt > 1 Jahr
Gruppe 43 schnurloses Telefon-Nutzung, > 1 - 5 Jahre
Gruppe 44 schnurloses Telefon-Nutzung, > 5 - 10 Jahre
Gruppe 45 schnurloses Telefon-Nutzung, > 10 Jahre
Gruppe 46 schnurloses Telefon-Nutzung, insgesamt > 1 Jahr
Gruppe 47 Mobil- + schnurloses Telefon-Nutzung, erste Nutzung im Alter von < 20 Jahren
Gruppe 48 Mobil- + schnurloses Telefon-Nutzung, erste Nutzung im Alter von 20 - 49 Jahren
Gruppe 49 Mobil- + schnurloses Telefon-Nutzung, erste Nutzung im Alter von ≥ 50 Jahren
Gruppe 50 Mobiltelefon-Nutzung, erste Nutzung im Alter von < 20 Jahren
Gruppe 51 Mobiltelefon-Nutzung, erste Nutzung im Alter von 20 - 49 Jahren
Gruppe 52 Mobiltelefon-Nutzung, erste Nutzung im Alter von ≥ 50 Jahren
Gruppe 53 schnurloses Telefon-Nutzung, erste Nutzung im Alter von < 20 Jahren
Gruppe 54 schnurloses Telefon-Nutzung, erste Nutzung im Alter von 20 - 49 Jahren
Gruppe 55 schnurloses Telefon-Nutzung, erste Nutzung im Alter von ≥ 50 Jahren

Population

  • Gruppe:
    • Männer
    • Frauen
  • Alter: 20–80 yr
  • Beobachtungszeitraum: 1997 - 2003
  • Studienort: Schweden (Uppsala/Örebro- und Linköping-Regionen 1997-2003, Stockholm- und Gothenburg-Regionen 1997-2000)

Fallgruppe

Kontrollgruppe

  • Gruppe 1: lebende Person, Gruppe 2: verstorben wegen anderer Krebsarten als Hirntumor, Gruppe 3: verstorben wegen anderer Erkrankung als Krebs
  • Auswahl:
    • populationsbezogen
    • registrierungsbezogen
  • Matching:
    • Geschlecht
    • Alter
    • Region
    • Todesjahr

Studiengröße

Fälle Kontrollen
Anzahl geeignet 1.472 2.900
Teilnehmerzahl 1.251 2.438
Teilnehmerrate 85 84
Statistische Analysemethode:
  • unkonditionale logistische Regression
( Anpassung:
  • Alter
  • Geschlecht
  • sozioökonomischer Status
  • Diagnose-Jahr, Vitalstatus (lebend oder verstorben)
)

Schlussfolgerung (lt. Autor)

Das Hauptergebnis dieser gepoolten Analyse war ein erhöhtes Risiko für bösartige Hirntumore und die Nutzung von sowohl Mobiltelefonen als auch schnurlosen Telefonen. Das höchste Risiko wurde für das Astrozytom (die am meisten häufigsten vorkommende Art von Gliom) beobachtet in der Gruppe mit einer Nutzungsdauer von über 10 Jahren von Mobiltelefonen (OR 2,7; KI 1,9-3,7) bzw. von schnurlosen Telefonen (OR 1,8; KI 1,2-2,9). Das Risiko für Astrozytom war am höchsten in der Gruppe, die ein Mobiltelefon oder schnurloses Telefon vor dem Erreichen des Alters von 20 Jahren zum ersten Mal benutzt hatte (Mobiltelefon: OR 4,9, KI 2,2-11, schnurloses Telefon: OR 3,9; KI 1,7-8,7).
Die Autoren schlussfolgerten, dass das Risiko für bösartige Hirntumore mit der Latenzzeit und den kumulativen Nutzungsstunden von Mobiltelefonen und schnurlosen Telefonen anstieg und am höchsten bei Personen mit der ersten Nutzung vor dem Erreichen des Alters von 20 Jahren war.

Studie gefördert durch

  • Cancer och Allergifonden (Cancer and Allergy Foundation), Sweden
  • Cancerhjälpen (Cancerhelp), Sweden

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