Studientyp: Epidemiologische Studie (Beobachtungsstudie)

Mobile Phone Use and Incidence of Glioma in the Nordic Countries 1979-2008: Consistency Check. epidem.

[Mobiltelefon-Nutzung und Gliom-Inzidenz in den nordischen Ländern von 1979 bis 2008: Überprüfung der Konsistenz].

Veröffentlicht in: Epidemiology 2012; 23 (2): 301-307

Ziel der Studie (lt. Autor)

Es wurden zeitliche Trends in der Gliom-Inzidenz in Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden im Zeitraum von 1979 bis 2008 untersucht, um die Ergebnisse der Publikation von Deltour et al. (2009) zu aktualisieren. Außerdem wurden die beobachteten Inzidenz-Raten mit den erwarteten Raten bei verschiedenen Risiko-Szenarien verglichen.

Weitere Details

Für die Simulation wurde ein Datensatz mit einer Bevölkerung erstellt, die der Bevölkerungsgruppe mit der stärksten Mobiltelefon-Nutzung (d.h. 40-59-jährige Männern) in dem Teil der Interphone-Studie entspricht, der in den nordischen Ländern durchgeführt wurde. Der Anteil der Personen, die ein Mobiltelefon regelmäßig nutzten (definiert als Nutzung für mindestens einmal pro Woche während mindestens 6 Monaten) und der Anteil der starken Nutzer (definiert als mindestens 1640 Stunden insgesamte Nutzungsdauer) wurden aus den Daten der Interphone-Studie abgeschätzt. In jedem der insgesamt 40 Szenarien wurde ein Wert des relativen Risikos (5 verschiedene RR 0,8; 1,1; 1,2; 1,5 und 2,0) mit der Inzidenz-Rate von allen Mobiltelefon-Nutzern bzw. starken Nutzern multipliziert und mit einer der vier unterschiedlich langen Induktionszeiten (1, 5, 10 oder 15 Jahre) kombiniert.

Endpunkt/Art der Risikoabschätzung

Art der Abschätzung: (standardisierte Inzidenzrate)

Exposition

Abschätzung

Population

Studiengröße

Typ Wert
Gesamtzahl 35.250
Sonstiges:

Bevölkerung: 17 Millionen Erwachsene im Alter von 20 - 79 Jahren

Statistische Analysemethode:

Schlussfolgerung (lt. Autor)

Die zeitlichen Trends in der Gliom-Inzidenz in den nordischen Ländern stiegen im Zeitraum von 1979 bis 2008 in keinem Land, weder bei Männern noch bei Frauen oder einer bestimmten Altersgruppe zu keinem Zeitpunkt stark an. Die jährliche Änderung in den Inzidenz-Raten betrug bei Männern 0,4 % (KI 0,1-0,6 %) und bei Frauen 0,3 % (KI 0,1-0,5 %). Die Inzidenz-Rate sank bei jungen Männern (20-39 Jahre) seit 1987, blieb bei Männern im mittleren Alter (40-59 Jahre) in der 30-jährigen Beobachtungszeit stabil und nahm bei älteren Männern (60-79 Jahre) leicht zu.
Bei den Simulationen waren folgende angenommenen relativen Risiken für alle Mobiltelefon-Nutzer in Kombination mit den folgenden Induktionszeiten nicht kompatibel mit den beobachteten Inzidenz-Raten: relatives Risiko von 2,0 mit einer Induktionszeit von bis zu 15 Jahren; relatives Risiko von 1,5 für bis zu 10 Jahren und relatives Risiko von 1,2 bis zu 5 Jahren. Bei starken Mobiltelefon-Nutzern war ein relatives Risiko von 2,0 mit einer Induktionszeit von bis zu 5 Jahren ebenfalls nicht kompatibel.
Die Autoren schlussfolgerten, dass keine eindeutige Trend-Veränderung bei den Gliom-Inzidenz-Raten in den nordischen Ländern beobachtet wurde. Einige Risiko-Anstiege, die in früheren Fall-Kontroll-Studien beobachtet wurden, scheinen nicht zu dem beobachteten fehlenden Anstieg der Inzidenz-Rate bei Männern im mittleren Alter zu passen. Dies deutet auf längere als bisher untersuchte Induktionszeiten, niedrigere als von einigen Fall-Kontroll-Studien berichteten Risiken oder das Fehlen eines Zusammenhangs hin.

Studie gefördert durch

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