Studientyp: Epidemiologische Studie (Beobachtungsstudie)

Mobile phone use and glioma risk: comparison of epidemiological study results with incidence trends in the United States. epidem.

[Mobiltelefon-Nutzung und Gliom-Risiko: Vergleich der Ergebnisse von epidemiologischen Studien mit den Inzidenz-Trends in den USA].

Veröffentlicht in: BMJ 2012; 344: e1147

Ziel der Studie (lt. Autor)

Die Inzidenz-Trends für Gliom in den USA in den Jahren 1992-2008 wurden mit den Ergebnissen zweier epidemiologischer Studien (von der Interphone Study Group (2010) und der schwedischen Forschergruppe von Hardell (Hardell et al (2011)) verglichen, die die Grundlage für die Bewertung hochfrequenter elektromagnetischer Felder durch die IARC Working Group (Baan et al (2011)) bildeten.

Weitere Details

Die hochgerechneten Raten wurden durch das Kombinieren der relativen Risiken aus den beiden Studien mit den beobachteten Raten ermittelt, unter Berücksichtigung von Alter, Geschlecht und Register, Angaben zur Mobiltelefon-Nutzung (Gesamtnutzungsdauer, Gesamtzahl der Anrufe) und verschiedenen Latenzzeiten (Zeit seit Nutzungsbeginn).

Endpunkt/Art der Risikoabschätzung

Art der Abschätzung: (standardisierte Inzidenzrate)

Exposition

Abschätzung

Expositionsgruppen

Gruppe Charakteristik
Referenzgruppe 1 keine Mobiltelefon-Nutzung
Gruppe 2 Mobiltelefon-Nutzung
Referenzgruppe 3 Zeit seit Beginn der regelmäßigen Nutzung: 1-1,9 Jahre
Gruppe 4 Zeit seit Beginn der regelmäßigen Nutzung: 2-4 Jahre
Gruppe 5 Zeit seit Beginn der regelmäßigen Nutzung: 5-9 Jahre
Gruppe 6 Zeit seit Beginn der regelmäßigen Nutzung: ≥ 10 Jahre
Referenzgruppe 7 Gesamtnutzungsdauer: < 5 h
Gruppe 8 Gesamtnutzungsdauer: 5-12,9 h
Gruppe 9 Gesamtnutzungsdauer: 13-30,9 h
Gruppe 10 Gesamtnutzungsdauer: 31-60,9 h
Gruppe 11 Gesamtnutzungsdauer: 61-114,9 h
Gruppe 12 Gesamtnutzungsdauer: 115-199,9 h
Gruppe 13 Gesamtnutzungsdauer: 200-359,9 h
Gruppe 14 Gesamtnutzungsdauer: 360-734,9 h
Gruppe 15 Gesamtnutzungsdauer: 735-1636,9 h
Gruppe 16 Gesamtnutzungsdauer: ≥ 1640 h
Referenzgruppe 17 Gesamtzahl der Anrufe: < 150
Gruppe 18 Gesamtzahl der Anrufe: 150 - 349
Gruppe 19 Gesamtzahl der Anrufe: 350-749
Gruppe 20 Gesamtzahl der Anrufe: 750-1399
Gruppe 21 Gesamtzahl der Anrufe: 1400-2549
Gruppe 22 Gesamtzahl der Anrufe: 2550-4149
Gruppe 23 Gesamtzahl der Anrufe: 4150-6799
Gruppe 24 Gesamtzahl der Anrufe: 6800-12799
Gruppe 25 Gesamtzahl der Anrufe: 12800-26999
Gruppe 26 Gesamtzahl der Anrufe: ≥ 27000

Population

Studiengröße

Typ Wert
Gesamtzahl 24.813

Schlussfolgerung (lt. Autor)

Die altersspezifischen Inzidenz-Raten für Gliom waren in dem Zeitraum von 1992 bis 2008 nahezu konstant, der mit einem beträchtlichen Anstieg in der Mobiltelefon-Nutzung von nahezu 0 % bis zu fast 100 % der US-amerikanischen Bevölkerung einherging. Wenn die Nutzung von Mobiltelefonen mit dem Gliom-Risiko im Zusammenhang stünde, dann erwarteten die Autoren, dass die Inzidenz-Raten für Gliom höher als die beobachteten wären, auch bei einer langen Latenzzeit von 10 Jahren und einem niedrigen relativen Risiko von 1,5.
Wenn die relativen Risiken zu der Latenzzeit und Gesamtdauer der Mobiltelefon-Nutzung aus der schwedischen Studie zugrunde gelegt werden, sollten die hochgerechneten Raten um mindestens 40 % höher als die beobachteten Raten im Jahr 2008 sein. Jedoch könnten jene hochgerechneten Raten, die auf dem kleinen Anteil der stark exponierten Personen in der Interphone-Studie basieren, mit den beobachteten Raten übereinstimmen. Die Ergebnisse gelten auch, wenn Nicht-Nutzer oder Wenignutzer als Referenzgruppe genommen werden, und wenn die relativen Risiken größer als 1 sein müssen.
Die Autoren schlussfolgern, dass die von einer schwedischen Studie berichteten erhöhten Gliom-Risiken im Zusammenhang mit Mobiltelefon-Nutzung nicht mit den beobachteten Gliom-Inzidenz-Trends in den Bevölkerungs-Daten der USA übereinstimmen. Jedoch könnten die Daten aus den USA mit den mäßigen zusätzlichen Risiken aus der Interphone-Studie übereinstimmen.

Studie gefördert durch

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