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Epidemiologische Studie (Beobachtungsstudie)

Childhood cancer and magnetic fields from high-voltage power lines in England and Wales: a case-control study.

[Krebs im Kindesalter und Magnetfelder von Hochspannungsfreileitungen in England und Wales: eine Fall-Kontroll-Studie].

Veröffentlicht in: Br J Cancer 2010; 103 (7): 1122-1127

Ziel der Studie (lt. Autor)

Die Fall-Kontroll-Studie von Draper et al (2005) zum Zusammenhang zwischen Krebs im Kindesalter und Magnetfeld-Exposition bei Hochspannungsfreileitungen wurde mit einer anderen Methode zur Expositions-Abschätzung nochmals ausgewertet. In der zitierten Studie beruhte die Expositions-Abschätzung auf dem Abstand von der Wohnadresse bei der Geburt zu Hochspannungsfreileitungen, während in der vorliegenden Studie die Magnetfeld-Stärke an der Wohnadresse bei der Geburt für jedes Kind berechnet wurde.

Endpunkt/Art der Risikoabschätzung

Art der Abschätzung:
  • Inzidenz
(relatives Risiko)

Exposition

Abschätzung

Expositionsgruppen

Referenzgruppe 1 geschätzte Magnetfeldstärke an der Wohnadresse bei Geburt: < 0,1 µT
Gruppe 2 geschätzte Magnetfeldstärke an der Wohnadresse bei Geburt: 0,1 - < 0,2 µT
Gruppe 3 geschätzte Magnetfeldstärke an der Wohnadresse bei Geburt: 0,2 - < 0,4 µT
Gruppe 4 geschätzte Magnetfeldstärke an der Wohnadresse bei Geburt: < 0,4 µT

Population

  • Gruppe:
    • Kinder
  • Alter: 0–14 Jahre
  • Beobachtungszeitraum: 1962-1995
  • Studienort: Großbritannien (England, Wales)

Fallgruppe

Kontrollgruppe

  • Auswahl:
    • registrierungsbezogen
  • Matching:
    • Geschlecht
    • Geburtsdatum innerhalb von 6 Monaten, Geburtsregisterbezirk
    • Fall:Kontrolle = 1:1

Studiengröße

Fälle Kontrollen
Anzahl geeignet 31.273 -
Anzahl auswertbar 28.968 28.968
Sonstiges: 9653 Kinder mit Leukämie, 6584 Kinder mit ZNS-/Hirntumor und 12731 Kinder mit anderen Krebs-Arten
Statistische Analysemethode:
  • konditionale logistische Regression

Schlussfolgerung (lt. Autor)

Die berechneten Magnetfelder von 57704 der insgesamt 58162 Wohnungen lagen unter 0,1 µT.
Das geschätzte relative Risiko für den Anstieg von jeweils 0,2 µT betrug 1,14 für Leukämie (KI 0,57-2,32; 8 Fälle und 6 Kontrollen), 0,80 für ZNS-/Hirntumore (KI 0,43-1,51; 4 Fälle und 7 Kontrollen) und 1,34 für andere Krebs-Arten (KI 0,84-2,15; 11 Fälle und 9 Kontrollen).
Obwohl statistisch nicht signifikant, unterstützen die Ergebnisse den bestehenden Hinweis auf einen Zusammenhang zwischen der Exposition bei Magnetfeldern von Hochspannungsfreileitungen und Kinder-Leukämie. Jedoch ist es extrem unwahrscheinlich, dass die Exposition bei Magnetfeldern im Geburtsjahr der vollständige Grund für den offensichtlichen Anstieg von Kinder-Leukämie ist, der in der früheren Studie mit der Expositionsabschätzung über den Abstand der Wohnadresse bei Geburt zu den Hochspannungsfreileitungen beobachtet wurde. Die Autoren betonen, dass nur sehr wenige Wohnungen in Großbritannien bei hohen Magnetfeldstärken von Hochspannungsfreileitungen exponiert sind. Wenn Kausilität angenommen wird, liegt das geschätzte, den Magnetfeldern zugeschriebene Risiko (attributables Risiko) unter einem Fall mit Kinder-Leukämie pro Jahr.

Studie gefördert durch

  • Department of Health, UK
  • Scottish Executive/Scottish Ministers, UK
  • United Kingdom Department of Health Radiation Protection Programme

Kommentare zu diesem Artikel

  • Schmiedel S et al. (2010): The association between extremely low-frequency electromagnetic fields and childhood leukaemia in epidemiology: enough is enough?

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